Feminismus oder Tod?

Die Welt wird sterben. Das wusste Françoise d’Eaubonne als sie 1974 in ihrem Werk Le féminisme ou la mort (dt.: Feminismus oder Tod) zum ersten Mal von Ökofeminismus schrieb. Die Welt wird sterben – wenn Frauen* sich nicht emanzipieren. Der moderne Ökofeminismus hat diese Ursprungsidee weiterentwickelt. Angesichts der aktuellen Krise wollen wir ihn aus seiner Nische locken. Wir wollen ihn mutiger machen.

Emanzen. Ökos. Feministen (wohlgemerkt im Maskulinum). Alles Begriffe, die im deutschen Sprachgebrauch gerne abfällig benutzt werden. Als wären es Schimpfwörter. Und jetzt kommen wir mit so etwas: Ökofeminismus. Geht’s noch?

Es geht. Es ist wie mit der Jutetasche. In der Jugend war sie ein grauenvoll peinliches Objekt, mit dem dich deine Mama zwang, zum Bäcker zu gehen – „Was hast du denn, die ist doch praktisch!?“. Heute ist sie nicht praktisch sondern hipster.

Ja, Ökofeminismus geht. Was nicht geht: Fundamentalismus.

Seit den 70er Jahren hat sich viel getan und verschiedene Vorreiter*innen, wie Vandana Shiva und Maria Mies, haben den Begriff „Ökofeminismus“ reanimiert und der Zeit angepasst. Esoteriker*innen und Fundamentalist*innen haben ihn lange für ihre antifeministische Vorstellung von der Frau als naturverbundenes Wesen missbraucht. Doch er war schon immer mehr. Er ist intersektional.

Den Ökofeminismus auf eine besondere Naturverbundenheit der Frau* zu reduzieren kommt einer Entpolitisierung gleich.

Die Annahme, dass Frauen* naturverbundener wären als Männer*, und somit jedem der beiden Geschlechter bestimmte „natürliche“ Eigenschaften eigen sind, ist nicht nur nicht wahr, sondern auch höchst problematisch. Es drängt sowohl Frauen* als auch Männer* in festgefahrene Geschlechterrollen mit klar zugewiesenen Aufgaben. Diese Geschlechterrollen können als die Wurzel aller sexistischer Ungleichheiten angesehen werden und pressen jede*n von uns in ein binäres Geschlechterkonzept, das keinen Raum für Vielfalt lässt. Es geht uns insbesondere darum, diese Wurzel herauszuziehen und etwas Neues zu pflanzen. Für eine Welt, in der kein Mensch zurückgelassen wird.



Podcasts

FAIRQUATSCHT | Unsere Direktorin Sascha und die Leiterin unsere Kampagne Julika fairquatschen sich mit Bloggerin Marisa warum wir fordern: #ReclaimÖkofeminismus! Hört rein!

DETEKTOR.FM | Klimakrise und Gendergerechtigkeit – was das eine mit dem anderen zu tun hat, darüber sprach unsere Kollegin Julika mit Sophie Rauch von detektor.fm. Hört rein!


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Was wir tun

Unser Verständnis von Ökofeminismus orientiert sich an den Themen, die uns aufgrund unserer Arbeit zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wichtig sind: Klimaschutz (SDG13), nachhaltige Energielösungen (SDG 7, 13, 15), giftfreie und gesunde Umwelt (SDG 3, 8, 11, 12), sicheres und sauberes Wasser und Menstruationshygiene (SDG4, 6, 8, 16) – Dabei setzen wir den Fokus stets auf eine sozial und geschlechtergerechte Umsetzung (SDG5).

Prozesse Wir fordern Regierungen zum Handeln auf und versuchen in Entscheidungsdynamiken einzugreifen, sowie zur Demokratieentwicklung beizutragen. Schau rein! 👉🏽👉 Re-Booting Frauenrechte, SAICM Beyond 2020Women & Gender Constituency

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Projekte Wir gehen an die Orte, an denen Versorgungsdefizite herrschen und erarbeiten mit der Bevölkerung vor Ort umwelt- und sozialverträgliche Lösungen. Schau rein! 👉🏽👉 Women2030Bürgerenergieprojekte weltweitWasser- und Sanitärsplanung in Osteuropa und den Balkanregionen

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Und mehr Orientiert an den UN-Nachhaltigkeitszielen und der Agenda 2030, führen wir in Deutschland und international Aufklärungsarbeit in Form von KampagnenVeranstaltungen und Publikationen durch.