Was tun gegen die Chemikalienindustrie? Keep calm and stay healthy.

Ein nachhaltiges und gesundes Leben sollte für alle Menschen möglich sein. Unabhängig ihrer finanziellen Mittel, ihrem Zugang zu Wissen (was natürlich zusammen gehört), ihrem Wohnort (im Ghetto gibt es keinen Biomarkt), ihrer Ability und ihrer geschlechtlichen Sozialisation. #MöhrengrünpestoFürAlle

Teile davon können wir selbst lösen, indem wir unser Verhalten hinterfragen und uns entscheide Dinge anders zu tun als gelernt. Wir alle wissen, wie anstrengend das ist. Andere Dinge können wir nicht selbst als Individuum lösen. Weil sie systematisch sind (also tief in gesellschaftlichen und politischen Mechanismen verankert) oder von starken Lobbykräften beeinflusst werden. Ein Beispiel dafür ist die Chemieindustrie.

Our Body, our choice?

Wir tun viele Dinge, von denen wir wissen, dass sie uns nicht gut tun. Wir trinken Kaffee, konsumieren Alkohol oder andere Drogen, rauchen, essen haufenweise Zucker und tierisches Fett, hängen ewig am Handy oder am Computer. Wir wissen, dass es nicht gesund ist und tun es trotzdem. Das ist unsere Entscheidung.

Was wir aber oftmals nicht wissen: In fast allen Gegenständen unseres Alltags befinden sich schädliche Chemikalien, die unseren Hormonhaushalt und unser Immunsystem angreifen können. Essen, Kinderspielzeug, Kosmetik, Kochgeschirr, Möbel und Klamotten. Die Liste ist lang. Die WHO führt mehr als 1,6 Millionen Todesfälle jährlich auf die Belastung von Chemikalien zurück.

Die EU tut nicht genug

Es gibt EU-Richtlinien, die den Einsatz und die Verarbeitung von Chemikalien regeln sollen. Das Problem: Diese Regulierungen betreffen nur einen Bruchteil der verwendeten Chemikalien. Dazu kommt, dass Forschung und Wissenschaft über die restlichen möglichen Schadstoffe bisher viel zu wenig weiß.

Die Chemieindustrie verwendet diese schädlichen Chemikalien trotzdem – und verseucht damit unsere Böden, unsere Gewässer, unsere Luft und letztendlich unsere Körper. Das ist unverantwortlich und gehört verboten. Hier sind ganz klar die EU und nicht zuletzt die Bundesregierung in der Verantwortung gesetzliche Maßnahmen einzuleiten.

In solidarity we stand

Während Chemie-Riesen straffrei unsere Umwelt vergiften, werden Umwelt- und Klimaaktivist*innen in Deutschland und überall kriminalisiert, angezeigt, eingesperrt und strafrechtlich verfolgt. Das ist nicht gerecht. Ob „Green Deal“, „Pariser Klimaabkommen“, „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“ – alles hübsche Pakete mit netten Ideen. Doch die Politik verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit ihre Ideen auch umzusetzen.

Wir reden hier von Chemikalien, die dauerhaft in unserer Erde stecken werden. Dauerhaft. Für immer. Wir reden über klimatische Kipp-Punkte, die unumkehrbar und deren Folgen kaum absehbar sind.

Ein nachhaltiges und gesundes Leben sollte für alle Menschen möglich sein. Darum müssen wir zusammenstehen und unsere Rechte einfordern. Ein Bündnis aus fünf deutschen NGOs – darunter auch wir – hat sich zusammengetan um gemeinsam gegen die Chemieindustrie vorzugehen. Wir fordern eine giftfreie Zukunft – für alle.

Das Recht auf eine giftfreie Zukunft