Team-übergreifend gegen Plastik: erste Exchange Session im WECF Mentoring Programm

Plastik, Gesundheit und Klimagerechtigkeit: Erste Exchange-Session bringt internationale Perspektiven zusammen

Gemeinsam haben das Klima-Team sowie das Team Chemikalien & Gesundheit die erste Exchange-Session im Rahmen des Mentoring-Programms für die Gender Just Climate Solutions und Ecofeminist Fund Grantees organisiert. Die Online-Veranstaltung mit dem Titel „Working on Plastics: Experiences, Challenges, and Solutions“ fand am 10. März 2026 statt und brachte Organisationen aus unterschiedlichen Regionen und Kontexten zusammen, um Erfahrungen im Umgang mit Kunststoffen und Chemikalien auszutauschen.

Kunststoffe entlang des gesamten Lebenszyklus im Blick

Im Zentrum der Veranstaltung stand ein fachlicher Input von Dr. Simona Zimmerman (WECF), der die Auswirkungen von Kunststoffen auf Umwelt und Gesundheit entlang ihres gesamten Lebenszyklus beleuchtete. Dabei wurde deutlich, dass Kunststoffe nicht nur erheblich zu Treibhausgasemissionen beitragen, sondern durch Mikroplastik auch die Fähigkeit natürlicher Systeme beeinträchtigen, CO₂ zu speichern.

Besonders kritisch sind die zahlreichen chemischen Zusatzstoffe, die Kunststoffen ihre gewünschten Eigenschaften verleihen, gleichzeitig jedoch Risiken für Mensch und Umwelt darstellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die geschlechtsspezifische Dimension dieser Belastung. Sowohl biologische Unterschiede als auch soziale Ungleichheiten führen dazu, dass Frauen häufig stärker betroffen sind – etwa durch erhöhte Exposition in informellen Arbeitsverhältnissen im Abfallsektor.

Praxisperspektiven aus verschiedenen Regionen

Ergänzt wurde der fachliche Input durch Praxisberichte aus dem Netzwerk, unter anderem vom Uru Uru Team, Green Living Movement und Toxics Link. Die Beiträge machten deutlich, wie unterschiedlich sich die Herausforderungen rund um Kunststoffe und Chemikalien in lokalen Kontexten zeigen und welche vielfältigen Ansätze Organisationen entwickeln, um ihnen zu begegnen.

Statt einheitlicher Lösungen stand bewusst die Vielfalt der Erfahrungen im Mittelpunkt. Dieser offene Austausch ermöglichte es den Teilnehmenden, voneinander zu lernen und unterschiedliche Strategien besser einzuordnen.

Herausforderungen und notwendige Veränderungen

In der anschließenden Diskussion wurden zentrale Herausforderungen klar benannt. Besonders deutlich wurde, wie schwierig es ist, praktikable und bezahlbare Alternativen zu Kunststoffen zu finden – insbesondere für Gemeinschaften, die direkt von den Auswirkungen betroffen sind.

Obwohl Einigkeit darüber bestand, dass eine langfristige Reduktion von Kunststoffen notwendig ist, wurde auch der Bedarf an konkreter Unterstützung hervorgehoben. Dazu zählen der Zugang zu Wissen und Bildung ebenso wie die Förderung innovativer, gemeinwohlorientierter Geschäftsmodelle und effizienter, lösungsorientierter Verwaltungsprozesse.

Peer-Learning als Schlüssel für nachhaltige Lösungen

Die Exchange-Session zeigte eindrucksvoll den Mehrwert von Peer-Learning innerhalb des Netzwerks. Die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Erfahrung ermöglichte einen realitätsnahen und lösungsorientierten Austausch.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein großes Interesse besteht, solche dialogorientierten Formate fortzuführen und weiter auszubauen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, gemeinsam tragfähige Lösungen für die Herausforderungen im Bereich Kunststoffe, Chemikalien und Klimagerechtigkeit zu entwickeln.

Weitere Infos

  • Studie und Dokumentarfilm zum Thema Gender und Chemikalien in Kenia und Tunesien: Tackling Toxics 
  • WECF Plastik Tool – das Mitmachtool zum Umwelt- und Gesundheitsschutz für Schule, Jugendarbeit und mehr