#LebenStattKohle – die kolumbianische Gemeinschaft in Deutschland wehrt sich

Mehr kolumbianische Kohle für Deutschland – auf diesen Beschluss haben verschiedene Kollektive der kolumbianischen Migrationsgemeinschaft in Deutschland mit der Kampagne #LebenStattKohle reagiert. Im Rahmen der Kampagne hat das Bündnis einen offiziellen Brief an die deutsche und kolumbianische Regierung sowie an verschiedene Vertreter*innen der UNO geschrieben. Dieser offizielle Brief wurden von 164 Organisationen aus 28 Ländern unterstützt.

Als eine der Träger-Organisationen des offenen Briefes zeigen wir uns solidarisch mit der Kampagne #LebenStattKohle. Als deutsche NRO sehen wir es in unserer Verantwortung die Bundesregierung mit ihren Fehlentscheidungen zu konfrontieren.

Am 6. April 2022 wurde vereinbart, den Import kolumbianischer Kohle nach Deutschland zu erhöhen, um auf die gegen Russland verhängten Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu reagieren. Dadurch ersetzt Deutschland seine Nachfrage nach russischer Kohle mit verstärkter Exploration und Ausbeutung im Gebiet des Wayuu-Volkes. Die wachsende Nachfrage nach kolumbianischer Kohle verleiht El Cerrejón, der größten Kohlemine Lateinamerikas, neuen Auftrieb, nachdem sie im vergangenen Jahr aufgrund der geringen Nachfrage ihre Schließung angekündigt hatte. Nun soll jedoch die Kohleproduktion in El Cerrejón erhöht werden um unter anderem die deutsche Nachfrage nach dem Material zu decken. Einen Tag nach der Vereinbarung zwischen Olaf Scholz und Iván Duque erhielt El Cerrejón von der kolumbianischen Regierung die Erlaubnis, den Bruno-Bach umzuleiten und das in seinem Flussbett liegende Erz abzubauen.

Historisch gesehen war der Bruno-Bach nicht nur eine Quelle des Wassers und des kulturellen und spirituellen Wohlergehens der in diesem Gebiet lebenden indigenen und afro-kolumbianischen Gemeinschaften, sondern er gilt auch als biologischer Korridor zwischen Perijá und der Sierra Nevada de Santa Marta. Die hier lebenden Gemeinschaften haben bereits dauerhafte und unumkehrbare Verluste und Schäden an ihren Lebensgrundlagen, ihren Häusern und ihrem Territorium sowie einen Verlust der Kultur, Identität und biologischen Vielfalt erlitten, die sich nicht mit Geld messen lassen.

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Die Kollektive von #LebenStattKohle: Unidas por la Paz (Berlin), Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit (Munich), Aluna Minga (Munich) 

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