EDC Free Europe: Acht Schlüsselforderungen für ein giftfreies Europa

Diesen September veröffentlichte EDC Free Europe, bei dem wir Mitglied sind, ein neues Grundsatzpapier mit dem Titel Key recommendations for a reformed European regulatory framework on endocrine disrupting chemicals. Die aufgeführten Forderungen sollen zu einer wirksamen Reform des EU-Rechtsrahmens beitragen, um Mensch und Umwelt besser vor endokrin wirksamen Chemikalien (EDCs) zu schützen. 

Der im Dezember 2019 veröffentlichte European Green Deal, bekräftigt die Notwendigkeit, „eine giftfreie Umwelt sicherzustellen“. Das Ziel der Null-Verschmutzung („zero pollution ambition“) ist eine der wichtigsten Umweltprioritäten des Europäischen Grünen Deals und beinhaltet den Vorschlag eines Aktionsplans zur Null-Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden. Dessen Erarbeitung ist für 2021 geplant ist. Dabei verpflichten sich die Mitgliedstaaten im Rahmen der Chemikalienpolitik, auch die Exposition gegenüber endokrinen Disruptoren (EDCs) zu reduzieren.

Maßnahmen der EU für einen besseren Schutz vor endokrin wirksamen Chemikalien sind längst überfällig und bisher vollkommen unzureichend. Menschen sind diesen Chemikalien nach wie vor in allen Bereichen ihres täglichen Lebens ausgesetzt.

EDCs – auch hormonell wirksame Chemikalien, bzw. Hormongifte genannt – sind synthetische Chemikalien, die die Funktion unseres natürlichen Hormonsystems stören können. Dies kann zu Fortpflanzungs-, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, Schilddrüsenproblemen, niedrigem Geburtsgewicht, Diabetes und Fettleibigkeit, Asthma sowie Brust- und Prostatakrebs beitragen. Besonders vulnerabel sind (schwangere) Frauen und Kinder.

EDCs zu meiden ist keine Entscheidung, die man einfach treffen kann. Denn endokrine Disruptoren finden sich überall in unserem täglichen Leben: von Bisphenolen in Plastikflaschen über Phthalate in Spielzeug bis hin zu Flammschutzmitteln in Sofas.

Die Empfehlungen in unserem Grundsatzpapier decken drei Schlüsselbereiche ab, die kontinuierlich verbessert werden müssen, damit die EU ihren Verpflichtungen in Bezug auf ihre „zero pollution ambition“ und auf ein hohes Gesundheits- und Umweltschutzniveau wirklich nachkommen kann:

  1. die Identifizierung von Chemikalien mit endokriner Wirkung
  2. das Management und die Kontrolle endokrin wirksamer Chemikalien
  3. unverzüglich Übergangsmaßnahmen zu ergreifen, um den Schutz gefährdeter Gruppen zu gewährleisten

Gemeinsam mit den 70 Mitgliedern der EDC Free Europe Kampagne fordern wir, dass die Europäische Kommission bei der Reform des EU-Rechtsrahmens für endokrin wirksame Chemikalien den Schutz von Mensch und Umwelt an die erste Stelle setzt.

Unser Papier baut auf unseren im Mai 2018 veröffentlichten acht Forderungen für eine europäische EDC-Strategie auf.

Paper als PDF (EN)

 

Weitere Informationen