World Refill Day – Warum nur Mehrweg als Standard eine Lösung sein kann

Recycling und „Bio“-Plastik sind keine Lösung für die Plastikkrise. Das Bündnis „Wege aus der Plastikkrise“ macht in seinem Positionspapier deutlich: Nur unverpackt und Mehrweg als Standard sind echte Lösungen.

Deutschland ist mit 12,13 Mio. t größter Plastikverbraucher Europas – mit 3,22 Mio. t entfällt der Hauptanteil des deutschen Plastikverbrauchs auf kurzlebige Verpackungen. Das deutsche Verpackungsaufkommen hat im Jahr 2019 einen neuen Höchststand erreicht und liegt mit 227,55 kg/Kopf weit über dem europäischen Durchschnitt. Hier besteht ein enormes Potenzial zur Umweltentlastung und der Einsparung von Ressourcen und Energie.

Als ökofeministische Organisation beziehen wir zum World Refill Day das Thema Plastik und Recycling ganz klar auch auf Menstruationsprodukte. Herkömmliche Menstruationsprodukte wie einmal-Binden und -Tampons enthalten oft Kunststofffasern und sind in Plastik eingepackt. Die Lösung hier: Mehrweg-Menstruationsprodukte wie Cups, Stoffbinden oder Menstruationsschwämme aus Naturfasern. #RefillYourMenstrualCup!

Bei der Plastik-Herstellung und -Verarbeitung werden nämlich große Mengen an fossilen Energieträgern verbraucht, insbesondere Erdöl und Erdgas, die als Rohstoff und Energielieferanten dienen. Gleichzeitig kommt eine Vielzahl schädlicher Chemikalien zum Einsatz, die dem Material und den Plastik-Verpackungen und -Produkten ihre Eigenschaften verleihen. Die Produktion, das Recycling und die Entsorgung von Plastik geht mit der Emission von hochgiftigen Substanzen und Treibhausgasen einher. Während der Nutzungsphase sind Konsument*innen bedenklichen Zusatzstoffen in Plastik ausgesetzt. (Mikro-)Plastik verschmutzt zudem Gewässer und Böden.

Entgegen der weithin verbreiteten Auffassung können wir uns aus der Plastik-Krise nicht heraus recyclen oder sie durch die Nutzung von anderen Materialien, wie „Bio“-Plastik, oder Papier lösen. Bei gleichbleibenden Produktions- und Konsummustern verlagert sich das Problem nur, beispielsweise wenn mehr Monokulturen in Südamerika für die Einweg-Papierproduktion angelegt werden und somit die Klimakrise und das Artensterben befeuert wird.

Gesamtes Positionspapier als PDF

 

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