20 Jahre Protokoll über Wasser und Gesundheit: WECF setzt starke Akzente für gerechte WASH-Zugänge
Sascha Gabizon, unsere internationale Direktorin von WECF, moderierte während der siebten Tagung der Vertragsparteien des Protokolls über Wasser und Gesundheit (5.–7. November 2025 in Budapest) die erste Sitzung zum 20-jährigen Jubiläum des Protokolls.
230 Teilnehmende feiern 20 Jahre Protokoll über Wasser und Gesundheit
An der Konferenz nahmen rund 230 Teilnehmende aus über 40 Ländern der pan-europäischen Region und darüber hinaus teil. Die Veranstaltung würdigte zwei Jahrzehnte, in denen das Protokoll als zentrale Plattform für regionale Zusammenarbeit diente – mit dem gemeinsamen Ziel, allen Menschen sicheren, nachhaltigen und fairen Zugang zu Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene zu ermöglichen.
Gestärkte Verpflichtungen für Gesundheit, Umwelt und Resilienz
Die Ergebnisse betonten die entscheidende Rolle des Protokolls dabei, globale Ziele in nationale Maßnahmen zu überführen, politische Steuerung zu stärken und die gesundheitliche sowie ökologische Resilienz zu erhöhen. Außerdem wurde hervorgehoben, wie wichtig Investitionen in widerstandsfähige, inklusive und digital gestützte WASH-Systeme sind – zusammen mit dem Schutz von Ökosystemen, der Wahrung von Menschenrechten und der Sicherstellung von Diensten in Krisensituationen.
Zudem wurde der Bedarf an stärkerer Politikkohärenz, Kapazitätsaufbau und sektorübergreifenden Partner:innenschaften betont. Das Protokoll wurde dabei klar als Motor regionaler Solidarität und gemeinsamer Verantwortung bestätigt.
Sieben Side Events beleuchten zentrale WASH-Themen
- In insgesamt sieben Side Events wurden aktuelle Herausforderungen und Trends in WASH vertieft, darunter:
- Vorbereitung auf die UN-Wasserkonferenz 2026
- Gesundheitsnotfall-Management
- Partnerschaften im Environment and Health Process (EHP)
- Klimarisilienz in humanitären Kontexten
- WASH in Gesundheitseinrichtungen
- Gerechter Zugang in Zentralasien
- Sicheres Management kleiner Versorgungssysteme
Weitere Informationen zu Ergebnissen und kommenden Initiativen finden sich auf der folgenden Website in Englischer Sprache >>
Beiträge von Bistra Mihaylova zu WASH-Themen
Bistra Mihaylova, WECF-Programmkoordinatorin für WASH, hielt zwei Beiträge: einen zum 10. Jahrestag des WSSP-Programms in den Balkanstaaten und einen weiteren, in dem wir von WECF die Entwicklung neuer Leitlinien begrüßten. Diese sollen helfen, vulnerable und marginalisierte Gruppen besser zu identifizieren, ihren Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung zu verbessern und sie aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden.

Die Initiative zur Erstellung solcher Leitlinien wird als wichtiger Schritt gesehen, um Barrieren abzubauen und sicherzustellen, dass Menschen, die häufig übersehen werden, tatsächlich Zugang zu sicheren und zuverlässigen WASH-Diensten erhalten. Basierend auf unserer langjährigen Erfahrung zeigt sich klar: Zivilgesellschaftliche Akteur:innen sowie Jugend- und Frauenorganisationen sind zentrale Partner:innen in diesem Prozess. Sie schaffen Reichweite, stärken Teilhabe und bringen Perspektiven ein, die sonst oft fehlen.
Geschlechterperspektive und Menstruationsgesundheit im Fokus
Besonders wichtig ist dabei die Verankerung einer starken Geschlechterperspektive. Dazu gehören konkrete Maßnahmen zum Menstruationsgesundheitsmanagement – ein unverzichtbarer Bestandteil des Menschenrechts auf Wasser und Sanitärversorgung in der pan-europäischen Region.
Während der Beiträge sorgte ein besonderes Highlight aus den WECF-Aktivitäten im PoVE-Projekt (Platform of Vocational Excellence Water) für Aufmerksamkeit: Neben fortschrittlicher Geschlechtergerechtigkeit braucht es dringend mehr Fokus darauf, junge Schüler:innen und angehende Fachkräfte dafür zu begeistern, Teil des Wasser- und Sanitärsektors zu werden. Damit das klappt, müssen verschiedene Akteur:innen enger zusammenarbeiten und diesen Prozess gemeinsam vorantreiben.
