UN-Umweltversammlung ebnet den Weg für ein internationales Plastikabkommen

Das deutsche NGO-Bündnis “Wege aus der Plastikkrise” begrüßt das klare Bekenntnis der Weltgemeinschaft, der Plastikkrise umfassend entgegenzutreten.

Die fünfte Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA 5.2.) hat mit der heute in Nairobi verabschiedeten Resolution „End plastic pollution: Towards an international legally binding instrument“ den Weg hin zu Verhandlungen über ein verbindliches UN- Abkommen zur Lösung der Plastikkrise geebnet.

Carla Wichmann, Koordinatorin des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ über die Entscheidung der Staatengemeinschaft:

„Wir erleben einen herausragenden Moment. Die heute verabschiedete Resolution ebnet den Weg für ein rechtlich bindendes globales Abkommen, das den gesamten Lebenszyklus von Plastik in den Blick nimmt. Als zivilgesellschaftliches Bündnis zur Lösung der Plastikkrise begrüßen wir den umfassenden Ansatz der Resolution. Die Plastikkrise mit ihren einzigartigen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen lässt sich nur bewältigen, wenn wir bereits bei der Förderung der fossilen Rohstoffe für die Plastikproduktion ansetzen, Plastik vermeiden und wirklich alle Aspekte der Plastikverschmutzung berücksichtigen.“

Zahlreiche Regierungsvertreter*innen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Wissenschaftler*innen und Unternehmen sprachen sich im Vorfeld der Verhandlungen für ein verbindliches globales Plastikabkommen aus. Mehr als eine Million Menschen unterstützten ein solches Abkommen in einer internationalen Petition.

Ein internationales Komitee aus Regierungsvertreter*innen wird nun eingesetzt, um die Verhandlungen bis voraussichtlich 2024 zu Ende zu führen.

„Im weiteren Prozess wird es nun darum gehen, einen ambitionierten globalen Vertrag auszuhandeln, der rechtlich bindende Verpflichtungen für alle Vertragsstaaten enthält, soziale und Umweltgerechtigkeit herstellt und auch das Problem giftiger Zusatzstoffe umfassend adressiert. Dafür setzt sich unser Bündnis, als Teil der weltweiten #breakfreefromplastic-Bewegung, ein.“

Bisher gibt es kein globales Regelwerk, das den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen abdeckt. Derzeitige regionale und nationale Systeme haben nur einen begrenzten Geltungsbereich. Sie sind nicht in der Lage, der Plastikkrise in ihrem ganzen Ausmaß zu begegnen.

Die UN-Umweltversammlung 2022 tagte vom 28.2. bis 2.3. in Nairobi, Kenia. Die United Nations Environment Assembly (UNEA) ist das weltweit höchste Umwelt- Entscheidungsgremium aller 193 UN-Mitgliedstaaten.

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Weitere Informationen:

„Wege aus der Plastikkrise” ist ein Bündnis deutscher zivilgesellschaftlicher Akteur*innen, das sich seit 2020 gemeinsam für die ganzheitliche Lösung der Plastikkrise einsetzt und die mit Plastik verbundenen Gefahren für Mensch, Umwelt und Klima adressiert. Es formuliert 15 Forderungen an die Bundesregierung, mit denen es konkrete Lösungswege entlang des gesamten Lebenszyklus von Plastik aufzeigt – von der Rohstoffgewinnung bis zum Nutzungsende. Das Bündnis ist Teil der weltweiten #breakfreefromplastic-Bewegung und macht sich in Deutschland, in der EU- und auf globaler Ebene stark, um die Plastikflut zu stoppen. Zu den Mitgliedern des Bündnisses zählen: a tip: tap e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Greenpeace e.V., Heinrich-Böll-Stiftung, HEJSupport e.V., Surfrider Foundation Germany e.V., Women Engage for a Common Future e.V. (WECF), Zero Waste Germany e.V. und Zero Waste Kiel e.V.

Pressemeldung als PDF 

 

Mehr Informationen zu einem globalen Plastikabkommen auf der Website des Bündnisses:

www.exit-plastik.de/plastics-treaty/

Hier gehts zur Petition

Kontakt zum Bündnis:

Carla Wichmann (Koordinatorin “Wege aus der Plastikkrise”), carla.wichmann@exit- plastik.de, 0176-72224415