„Pestizide machen vor keinen Grenzen halt“ – Wir trafen die Bundesumweltministerin in Berlin

Gestern trafen die Autor*innen unserer Pestizid-Studie, Margriet Mantingh (WECF) und Jelmer Buijs (Buijs Agro-Services), die Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit Svenja Schulze im Foyer des Bundesumweltministeriums in Berlin. Begleitet wurden sie von zwei unserer Kolleginnen des deutschen WECF Teams. Die Atmosphäre ist locker, die Gespräche sind offen. Was uns besonders freut: Ministerin Schulze kennt den Inhalt unsere Studie ganz genau. Der Ernst der Lage scheint ihr bewusst zu sein.

Foto: BMU

“Pestizide machen vor keinen Grenzen halt und schon gar nicht vor Naturschutzgebieten.”, sagt Frau Schulze und betont wie hilfreich es sei, dass das Problem international erkannt wird. Denn unsere Studie, die wir der Ministerin gestern offiziell überreichten, konnte in allen untersuchten Natuschutzgebieten Pestizidrückstände nachweisen. Ein Drittel der Pestizide sind aktuell nicht in Deutschland zugelassen. Schulze ist es besonders wichtig, dass weiter intensiv zu dem Thema geforscht wird. “Wenn in Naturschutzgebieten schon so ein massiver Insektenrückgang gemessen wurde – wie sieht es dann erst außerhalb von Naturschutzgebieten aus?”

 

Um hier nachhaltige Lösungen zu finden, ist es zudem unerlässlich, der Entpolarisierung zwischen Naturschutz und Landwirtschaft entgegenzuwirken und umfangreiche Unterstützungsprogramme für Landwirt*innen auszuarbeiten. Um unsere Insektenbiodiversität und alles was damit zusammenhängt langfristig zu schützen, ist es wichtiger denn je, dass wir alle an einem Strang ziehen. Ministerin Schulze weiß das sicherlich, denn sie bekommt die tagtäglichen Proteste der Landwirt*innen vor dem Ministerium hautnah zu spüren. An manchen Tagen bringen sie auch Galgen-Attrapen mit, erzählt sie. Das Thema ist heikel und einfache Lösungen gibt es nicht. Aber sicher ist: weiter gehen wir bisher kann es nicht.

Einer unserer Empfehlungen an Forschung un Politik geht bereits ihren Gang. Im Januar diesen Jahres ging das Leipziger Monitoringzentrum für Biodiversität in die Startlöcher. Schulze erklärt: „Die Vielfalt von Arten und Ökosystemen ist unsere Lebensgrundlage, darum ist ihr Verlust auch ein existenzielles Problem für die Menschheit. Wir brauchen belastbare Daten, um möglichst zielgenaue Maßnahmen gegen den Artenschwund zu erarbeiten. Mit dem Monitoringzentrum schaffen wir deshalb jetzt ein festes Fundament, um zukünftig das gesamte Wissen zum Zustand der Arten und Lebensräume in Deutschland zusammenzuführen und zugänglich zu machen.“

Am Montag, den 15. März werden wir im Rahmen eines Online Seminars die Ergebnisse der Studie sämtlichen Interessierten vorstellen. Anmeldungen nehmen wir gerne an veranstaltung@wecf.org entgegen.

 

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