Toxische Nanographenpartikel in Schutzmasken: NGOs fordern mehr Schutz für Verbraucher*innen

Führende internationale Gesundheits- und Umweltgruppen haben heute einen Brief an die europäischen Staats- und Regierungschef*innen veröffentlicht, in dem sie sofortige Maßnahmen zum Verbot des Verkaufs und der Verwendung von Gesichtsmasken und anderer persönlicher Schutzausrüstung fordern, die Nanographen und andere Nanopartikel enthalten. Die Forderung kommt Tage, nachdem die kanadischen Gesundheitsbehörden eine öffentliche Beratung und ein Verbot von Einwegmasken, die Nanographen enthalten, veröffentlicht haben – ein Material, das potenziell toxisch für die Lungengesundheit ist. 

Gesichtsmasken sind ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die COVID-19 Pandemie und sind die erste Verteidigungslinie für diejenigen, die an der vordersten Front der Pandemie stehen – aber es müssen sichere Masken sein. Basierend auf den jüngsten Entwicklungen in Kanada und einer Untersuchung des europäischen Marktes, ist nun klar, dass diese potenziell toxischen Masken auf dem EU-Markt zum Verkauf stehen. Wir fordern die EU-Kommission dazu auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen. Die Zulassung ungeprüfter und potenziell unsicherer Masken auf dem auf dem Markt zuzulassen, hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit und kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Maskentragen auf gefährliche Weise untergraben. Doch die Sicherstellung der öffentlichen Gesundheit auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie ist von größter Bedeutung.

Fünf Wochen nachdem die belgischen Behörden Masken zurückgerufen haben, die Titandioxid und Silber Nanopartikel enthalten, hat die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada am 2. April 2021 eine dringende Empfehlung herausgegeben, in der sie davor warnt, dass Gesichtsmasken, die Nanographenpartikel enthalten, potenziell toxisch sind und ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen können – insbesondere für die Lungengesundheit, da die Träger*innen die Partikel einatmen können. Die Empfehlung sieht vor, alle Nanographen-Masken vom kanadischen Markt zu nehmen, die Provinzen aufzufordern, den Vertrieb zu stoppen und den Verbraucher*innen zu empfehlen, keine solchen Masken mehr zu tragen.

Die Empfehlung kommt nach einer vorläufigen Bewertung von Forschungsergebnissen, die Bedenken hinsichtlich der Toxizität an validen Tiermodellen belegen. Sie folgt auf Beschwerden von Personen, die mit Graphen beschichtete Einwegmasken getragen haben, die von der in China ansässigen Shengquan Group unter der Marke „healfiber“ hergestellt werden, einer von mehreren Maskenmarken, die Graphen enthalten. Mehr als 30 Millionen „healfiber“-Masken wurden an Schulkinder, Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen von Kindertagesstätten und andere Arbeitnehmer*innen in der Provinz Quebec verteilt und müssen über längere Zeiträume getragen werden. Anekdotische Berichte von Träger*innen beinhalteten das Gefühl, „in Katzenhaaren zu atmen“ und Atemprobleme zu haben. Führende Nano-Risiko- und Innovationsexperten haben die Entscheidung verurteilt, Graphen-Nanopartikel in Gesichtsmasken zu verwenden, ohne vorher eine angemessene Sicherheitsbewertung durchzuführen.

Da die Masken in großen Mengen auf dem Markt sind, kann davon ausgegangen werden, dass in ganz Europa Menschen, einschließlich Kinder, Arbeiter*innen und medizinisches Personal, diese potenziell toxischen Masken gerade jetzt verwenden.
In Anbetracht der potenziellen Toxizitätsbedenken, die zur Entfernung von nanographenhaltigen Masken vom kanadischen Markt führten, muss die Europäische Union dringend die Umstände der Verfügbarkeit dieser Produkte auf dem europäischen Markt prüfen – einschließlich ihrer Sicherheit, Legalität und der Angemessenheit der bioziden Behauptungen für Nanographen und gleichzeitig in umfassende Forschung investieren, um ihre möglichen gesundheitlichen Auswirkungen zu untersuchen.

Solche Maßnahmen müssen auch auf persönliche Schutzausrüstung ausgeweitet werden, die mit „antiviralen“ Aussagen gekennzeichnet ist, da es ähnliche Bedenken bezüglich anderer Nanomaterialien, die in Gesichtsmasken verwendet werden, einschließlich Nanosilber und Nanometalloxiden gibt. Wiederverwendbare Lösungen, einschließlich FFP2-Masken für die Allgemeinheit, sind auf dem Markt erhältlich und bieten in einigen Fällen einen noch besseren Schutz (z.B. Gesichtsmasken mit Filter).

Die unterzeichnenden Organisationen fordern die Staats-, Regierungs- und EU-Chef*innen dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die europäischen Bürger*innen vor den Risiken von Nanopartikeln zu schützen. Die europäischen Institutionen und die europäischen Länder sollten dringend dem vorsorglichen Beispiel Kanadas folgen und sofortige Maßnahmen ergreifen, um den Verkauf und die Verwendung von Gesichtsmasken und anderer persönlicher Schutzausrüstung zu verbieten, die Nanographen, andere Nanopartikel enthalten, und im weiteren Sinne jede potenziell bedenkliche Chemikalie, ob in Nanoform oder nicht.

 

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