Stockholm+50 – die Bedeutung dieser Konferenz für die internationale Klima- und Umweltbewegung

Mit Stockholm+50 werden 50 Jahre globale Umweltpolitik gefeiert. Die „United Nations Conference on the Human Environment“, die 1972 in Stockholm stattfand, ebnete den Regierungen den Weg, sich endlich mit der menschlichen Gesundheit und den globalen Dimensionen der Umweltverschmutzung zu befassen.

Hier begann die instiutionalisierte internationale Umweltpolitik

Die Konferenz führte dazu, dass sich die Europäische Union erstmals mit Umweltpolitik befasste. Die Folge war die Einrichtung von Umweltministerien und des UNEP, des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Einige Jahre später wurde in Deutschland die erste „Grüne Partei“ gegründet, der auch die führende Ökofeministin Petra Kelly angehörte.

Stockholm+50 im Juni 2022

Das diesjährige Stockholm+50-Treffen wird sich unter dem Motto „Stockholm+50: ein gesunder Planet“ mit den vergangenen 50 Jahren globaler Umweltmaßnahmen befassen: „Stockholm+50: ein gesunder Planet für den Wohlstand aller – unsere Verantwortung, unsere Chance“. Das Treffen bietet Nationen und Interessenvertretern die Möglichkeit, zusammenzuarbeiten, Fachwissen auszutauschen und komplexe, miteinander verknüpfte Themen für dringende Maßnahmen und langfristige Systemveränderungen anzugehen.

Stockholm+50 zielt darauf ab, Regierungen, die Zivilgesellschaft und alle Sektoren zu mobilisieren, um die Umweltpolitik und -verwaltung zu beschleunigen. Die Konferenz wird von den Vereinten Nationen einberufen und von Schweden mit Unterstützung der kenianischen Regierung am 2. und 3. Juni in Stockholmsmässan, Stockholm, ausgerichtet. Vom 31. Mai bis 1. Juni 2022 findet ein Forum der Völker statt. Als Teil der Women’s Major Group to UN Environment organisieren wir am 1. Juni das Side-Event „Feministische Prioritäten für die Menschen, den Planeten und den Frieden“ im Stockholmer Umweltinstitut.

Was Stockholm+50 für die ökofeministische Bewegung bedeutet

Wir haben alle notwendigen wissenschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und technischen Lösungen für einen gerechten Übergang, um den totalen Klima- und Umweltkollaps unseres Planeten zu vermeiden. Aber obwohl wir dieses Wissen haben, fehlt uns der politische Wille und wir sehen starken Widerstand gegen die Umweltpolitik sowie gegen die geschlechtergerechten Prinzipien dieses Übergangs. Aus diesem Grund muss die ökofeministische Bewegung im Juni 2022 in Stockholm stark vertreten sein.

Die Women’s Major Group, die Women & Gender Constituency und die Women’s Major Group @ UNEA haben ein gemeinsames Informationsblatt zur diesjährigen Stockholm+50 Konferenz verfasst. Es enthält Informationen über das bevorstehende Treffen sowie die feministischen Forderungen an diesen wichtigen Raum.

Interventionen und Prioritäten – S+50 CSO Forum

Gemeinsam mit dem Europäischen Umweltbüro (EEB) organisierte die WECF am 2. Mai 2022 ein regionales Vorbereitungstreffen für Organisationen der Zivilbevölkerung (CSO).

Die Teilnehmenden des S+50 CSO-Forums tauschten hier ihre Visionen und Prioritäten für die nächsten 50 Jahre der globalen Umweltpolitik aus. Unsere Partner*innen aus der Ukraine und Kirgisistan hielten anschließend am 5. Mai vor anwesenden Regierungen und Interessenvertreter*innen ihre Grundsatzreferate.

Andriy Martynyuk, Exekutivdirektor der Nichtregierungsorganisation Ecoclub, stellte zu Beginn zu seinem größten Bedauern fest, dass wir uns jetzt nicht nur von COVID-19 erholen müssen, sondern auch von der russischen Militäraggression in der Ukraine. In seiner Rede erwähnte er auch die Verschärfung der Probleme der Ungleichheit und der Militäraktionen, die zum Ökozid führen.

Olga Djanaeva von der Nichtregierungsorganisation ALGA in Kirgisistan machte deutlich, dass Frauen auf dem Land die Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung in ihrem täglichen Leben zu spüren bekommen, da die Gletscher nicht mehr das benötigte Wasser liefern und giftige Pestizide und Plastikmüll unsere Böden, Lebensmittel und Grundwasserquellen verschmutzen.

 

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