WECF bei der Exit Plastik Konferenz in Berlin: Wie gelingt die Plastikwende?
Wie gelingt die Plastikwende?
Wir waren zu Gast bei der Veranstaltung von Exit Plastik über Gesundheitsgefahren durch Lebensmittelverpackungen
10. Februar 2026, Berlin
Rund 120 Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Praxis kamen bei der diesjährigen Exit Plastik-Konferenz „Wie gelingt die Plastikwende?“ am 10. Februar in Berlin zusammen. Mit einem zivilgesellschaftlichen Runden Tisch am Tag und einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Abend wurde deutlich: Die Bewegung für drastische Plastikreduktion, schadstofffreie Materialien und ressourcenschonende Mehrweg-Systeme wächst – und sie gewinnt politisch an Einfluss.
„Wie gelingt die Plastikwende?”
Unter diesem Motto stand der zivilgesellschaftliche Runde Tisch. In Inputs und Workshops wurden die Themen „Plastikverpackungen und Gesundheit“, „Verpackungen und Mehrweg“ sowie „Plastik und Textilien“ vertieft. Neben fachlichem Austausch ging es auch um Strategien: Wie können NGOs politische Prozesse wirksam begleiten? Welche Rolle spielen Finanzströme und Konzerninteressen? Und wie gelingt eine Kommunikation, die gesellschaftlichen und politischen Druck aufbaut?
Die eindrückliche Keynote von Dr. Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut zu Beginn der Veranstaltung war ein großer Impuls und machte deutlich: Die Gesundheits- und Umweltgefahren durch Plastik sind wissenschaftlich gut belegt – auch wenn noch nicht alle Forschungslücken geschlossen sind. Klar ist: Wir brauchen systemische Ansätze, die an der Reduktion der Plastikproduktion ansetzen.
Lebensmittelverpackungen, Gesundheit und Gender im Fokus

Im Mittelpunkt des WECF Wandelgangs zum Thema “Plastikverpackung – ein Gesundheitsrisiko? Was tut die Politik?“ stand die Frage: Welche Gefahren gehen von Chemikalien in Verpackungen aus – und welche politischen Maßnahmen braucht es, um Verbraucher:innen wirksam zu schützen?
Wir zeigten den circa 50 Teilnehmenden auf, wie problematische Stoffe und Chemikalien u.a. EDCs, PFAS und Schwermetalle aus Verpackungen in Lebensmittel übergehen können und welche Auswirkungen dies insbesondere auf die Gesundheit vulnerabler Gruppen wie Schwangere und Kinder haben kann. Auch die unterschiedliche Belastung unterschiedlicher Geschlechter war ein wichtiger Diskussionspunkt. Gleichzeitig erörterten wir aktuelle politische Entwicklungen auf EU- und nationaler Ebene – von der Überarbeitung zentraler Chemikaliengesetze über den EDC Fünf Punkte Plan bis hin zu neuen Regelungen für Verpackungen – und machten deutlich, wo weiterhin dringender Handlungsbedarf besteht und wie sich zivilgesellschaftliche Organisationen einbringen können.
Politische Verantwortung für Gesundheit

Bei der öffentlichen Abendveranstaltung unter dem Motto „Wege aus der Plastikkrise – Mit der Verpackungswende die Gesundheit schützen“ diskutierten Expert:innen aus Wissenschaft und Politik, wie der notwendige politische Rahmen für eine echte Plastikwende aussehen muss – jenseits von Greenwashing und rein technischen Scheinlösungen. Zu Gast waren:
- Dr. Melanie Bergmann, Biologin am Alfred-Wegener-Institut, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu gesundheitlichen Auswirkungen von Kunststoffchemikalien in Umwelt und Organismen einbrachte.
- Dr. Inga Wagner, Referat für Europäische und internationale Ressourceneffizienz- und Rohstoffpolitik, Circular Economy im Umweltministerium (BMUKN), die politische Ansätze zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft diskutierte.
- Dr. Jan-Niclas Gesenhues, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), der politische Wege zur EU- und nationalen Umsetzung ambitiöser Verpackungs- und Plastikregulierungen darlegte.
Im Zentrum stand die Frage, wie ambitionierte Regulierung auf EU- und nationaler Ebene umgesetzt werden kann, um Plastikmüll zu reduzieren, giftige Chemikalien zu ersetzen und Mehrwegsysteme zu stärken. Deutlich wurde: Gesundheitsschutz und Ressourcenschonung müssen Leitprinzipien politischer Entscheidungen sein und der Gesundheitsaspekt muss noch stärker in den Fokus genommen werden.
Gemeinsam für eine giftfreie Zukunft
Der intensive Austausch, das zivilgesellschaftliche „Speeddating“, die Vorstellung vielfältiger Projekte zeigen wie breit und engagiert die Bewegung aufgestellt ist. Die Diskussionsrunde mit Entscheidungsträger*innen und Wissenschaft machte deutlich, dass nur politischer Wille der Plastikflut Einhalt gewähren kann. Für uns von WECF und für Exit Plastik ist klar: Eine echte Verpackungswende braucht starke Chemikalienregulierung, Transparenz und konsequenten Schutz von Mensch und Umwelt.
Mehr zur Exit Plastik Konferenz und zum Runden Tisch finden Sie bei Exit Plastik https://exit-plastik.de/runder-tisch-26/
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