Gemeinsam gegen hormonell schädliche Chemikalien – unsere Forderung an die Bundesregierung

Unsere Gesundheit und die Umwelt stehen auf dem Spiel. Deshalb haben wir von WECF zusammen mit mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Health and Environment Justice Support (HEJSupport), ChemTrust Europe und PAN Germany, einen offenen Brief an sieben Bundesministerien verfasst. Unser Ziel: Die Bundesregierung soll endlich wirksame Maßnahmen gegen hormonell schädigende Chemikalien – sogenannte endokrine Disruptoren (EDCs) – umsetzen.

Was sind EDCs – und warum sind sie so gefährlich?

EDCs stören unser Hormonsystem – und das bereits in winzigsten Mengen. Sie sind in vielen Alltagsprodukten enthalten, z. B. in Pestiziden, Kosmetika, Kunststoffen oder Reinigungsmitteln. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind dramatisch:

  • erhöhtes Risiko für Krebs, Fruchtbarkeitsprobleme und Stoffwechselerkrankungen

  • negative Auswirkungen auf das Nervensystem, insbesondere bei Kindern

  • Schädigung des Immunsystems

  • Gefahr für biologische Vielfalt und Ökosysteme

Besonders betroffen sind Schwangere, Kinder und andere vunlerable Gruppen.

Der Fünf-Punkte-Plan der Bundesregierung – gut gemeint, aber nicht genug

Im November 2023 hat die Bundesregierung einen Fünf-Punkte-Plan zum Schutz vor EDCs vorgestellt. Klingt gut, aber: konkrete Maßnahmen, verbindliche Ziele und ausreichende Mittel fehlen. In unserem offenen Brief fordern wir die zuständigen Ministerien auf, jetzt zu handeln. Unsere zentralen Punkte:

  • Ein verbindlicher, finanzierter Maßnahmenplan mit klaren Zuständigkeiten

  • Zulassungsstopps und Verbote für besonders kritische EDC-haltige Produkte

  • Transparenz und Aufklärung für Verbraucher:innen, vor allem für Schwangere

  • Forschung und Förderung von sicheren Alternativen, auch nicht-chemischer Art

  • Koordinierte Zusammenarbeit aller Ressorts – für einheitliches, glaubwürdiges Handeln

  • Stärkeres Engagement auf EU-Ebene, um auch Verdachtsstoffe zu regulieren

Warum wir jetzt handeln müssen

Die Daten aus Humanbiomonitoring und Umweltmessungen sprechen eine klare Sprache: Die Belastung durch EDCs ist real – und gefährlich. Jede Verzögerung gefährdet Gesundheit, Umwelt und unsere Zukunftsfähigkeit.

Hier geht’s zum vollständigen Maßnahmenkatalog: Hormongifte stoppen

Und hier zum vollständigen offenen Brief als PDF

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