Offener Brief: Keine krebserregenden Stoffe in Kosmetika
Gemeinsam mit fünf weiteren Umwelt- und Gesundheitsorganisationen haben wir einen offenen Brief an die Bundesregierung unterzeichnet. Anlass ist das neue EU-Gesetzespaket zu Chemikalien – das sogenannte 6. Omnibus-Paket, das am 8. Juli 2025 von der EU-Kommission vorgestellt wurde.
Klingt technisch, ist aber hochbrisant: Die geplanten Änderungen an der EU-Kosmetikverordnung könnten dazu führen, dass krebserregende, erbgutverändernde und reproduktionstoxische Stoffe (CMR) künftig wieder in Kosmetikprodukten erlaubt sind. Damit würde ein zentraler Gesundheitsschutz, der seit über 20 Jahren gilt, aufgeweicht. Besonders gefährdet wären Kinder und andere vulnerable Gruppen.
Wir und unsere Mitunterzeichnenden – darunter BUND, CHEM Trust, ClientEarth, EnvMed Network, HEJSupport und WECF – fordern die Bundesregierung deshalb auf, sich klar gegen jede Deregulierung im Chemikalienrecht zu stellen und das Vorsorgeprinzip konsequent zu verteidigen. Gesundheitsschutz darf nicht dem Lobbydruck der Industrie geopfert werden.
Unsere zentralen Forderungen:
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Keine Aufweichung bestehender Schutzgesetze für Chemikalien.
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Wissenschaftlich fundierte Entscheidungen im Sinne des Vorsorgeprinzips.
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Mehr Transparenz und öffentliche Beteiligung in den Entscheidungsprozessen.
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Ein klares Bekenntnis Deutschlands zu einem hohen Gesundheits- und Umweltschutz auf EU-Ebene.
„Deutschland hat die Möglichkeit, sich klar auf die Seite von Wissenschaft und Gesundheit zu stellen und jegliche Aufweichung von Gesetzen, die uns vor krebserregenden Stoffen schützen, zurückzuweisen.“ – aus dem offenen Brief
Wir bleiben dran und machen weiter Druck: Für eine Chemikalienpolitik, die Mensch und Umwelt wirklich schützt – nicht Industrieinteressen.
