Lokale Erfahrungen in globale Politik einbringen: WECF beim IPEN Global Meeting
Vom 20. bis 24. April 2026 nahmen wir von WECF am IPEN Global Meeting in Puerto Princesa auf der philippinischen Insel Palawan teil. Mehr als 100 Vertreter:innen von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus aller Welt kamen zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen im Chemikalien- und Abfallmanagement auszutauschen und gemeinsame Strategien für eine schadstofffreie Zukunft zu entwickeln. Es war das erste weltweite Treffen des International Pollutants Elimination Network (IPEN) seit 2020 – und damit eine wichtige Gelegenheit, bestehende Partnerschaften zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsame politische Prioritäten zu setzen.
Im Mittelpunkt der fünftägigen Veranstaltung standen internationale Prozesse wie die Umsetzung des Global Framework on Chemicals (GFC), die Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen sowie Themen wie hochgefährliche Pestizide, Quecksilber, Blei sowie hormonell wirksame Chemikalien (endokrine Disruptoren, EDCs). Gleichzeitig bot das Treffen viel Raum für den Austausch darüber, wie lokale Erfahrungen und konkrete Projekte dazu beitragen können, internationale Politik wirksam mitzugestalten.
Für WECF war das Global Meeting eine wertvolle Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen, von den vielfältigen Ansätzen anderer IPEN-Mitglieder zu lernen und gemeinsam neue Impulse für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln.
Das Global Framework on Chemicals gemeinsam umsetzen
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Umsetzung des Global Framework on Chemicals (GFC) stellten wir vor, wie internationale Ziele durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen mit Leben gefüllt werden können.
Im Mittelpunkt standen Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, die wir dabei unterstützen, Wissen über Chemikalien und Abfallmanagement zu vermitteln, lokale Kapazitäten aufzubauen und gute Praxisbeispiele zu entwickeln. Über Programme wie das WECF Small Grants Programme erhalten Partnerorganisationen die Möglichkeit, eigene Lösungen vor Ort zu erproben und damit gleichzeitig zur Umsetzung der Ziele des GFC beizutragen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war der Multi-Stakeholder-Ansatz des GFC. Denn wirksames Chemikalienmanagement gelingt nur, wenn Regierungen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln.
Wie Johanna Hausmann, Leiterin des Chemikalienprogramms von WECF, betonte:
„Fortschritte im Chemikalienmanagement gelingen nur, wenn Regierungen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und betroffene Gemeinschaften zusammenarbeiten. Die Zivilgesellschaft spielt eine zentrale Rolle dabei, Bewusstsein zu schaffen und gute Praxisbeispiele zu entwickeln. Regierungen wiederum sind entscheidend, um diese Erfahrungen in wirksame Gesetze und politische Maßnahmen zu überführen.“
Gender Scoping Studies: Erfahrungen aus Sambia
Im Rahmen einer Posterpräsentation stellte WECF seine Gender Scoping Studies am Beispiel eines Projekts in Sambia vor.
Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen untersuchten wir dort, wie Frauen und Männer unterschiedlich von gefährlichen Chemikalien und Plastikverschmutzung betroffen sind – insbesondere Frauen, die im informellen Abfallsektor arbeiten. Das Projekt zeigt, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Gemeinden dazu beitragen können, geschlechtergerechte Lösungen zu entwickeln und internationale Politikprozesse zu stärken. Es macht deutliche, dass lokale Erfahrungen eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Global Framework on Chemicals und die Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen sind. Gleichzeitig zeigt es, wie das Einbringen der Perspektiven betroffener Gemeinschaften dazu beitragen können, Chemikalien- und Abfallpolitik gerechter und wirksamer zu gestalten.

Gemeinsam für eine schadstofffreie Zukunft
Das IPEN Global Meeting hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der internationale Austausch für den Schutz von Mensch und Umwelt vor gefährlichen Chemikalien ist. Für uns war das Treffen eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen mit Partnerorganisationen aus aller Welt zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsame Strategien für ein sicheres Chemikalienmanagement weiterzuentwickeln.
Denn globale Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen – wenn lokale Erfahrungen gehört werden und ihren Weg in internationale Politikprozesse finden.
Weitere Informationen zum Global Meeting auf der IPEN-Webseite >>>

