Konferenz zu gendergerechten Energiegemeinschaften in Albanien
Fokus auf soziale und geschlechtergerechte Energiewende
Bei einem Policy Round Table in Albanien im Novemember 2025 kamen Vertreter:innen aus Politik, Kommunen, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen zusammen, um über die Entwicklung erneuerbarer Energiegemeinschaften zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Milieukontakt Albania organisiert und durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Ziel war es, politische Rahmenbedingungen zu analysieren und konkrete Empfehlungen für eine bürger:innennahe und gerechte Energiewende in Albanien zu formulieren.
Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildete die Vorstellung des Policy Briefs „Accelerating Gender-Just Renewable Energy Communities in Albania“ aus der „Roadmap for socially and Gender-Just Energy Communities in Albania“. Der Beitrag zeigte auf, wie Energiegemeinschaften nicht nur zur Diversifizierung des Energiesystems beitragen, sondern auch soziale Teilhabe, lokale Wertschöpfung und Geschlechtergerechtigkeit fördern können.
Hervorgehoben wurde das große Solarpotenzial des Landes: Mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand kann ein erheblicher Teil des Strombedarfs von Haushalten lokal gedeckt werden. Energiegemeinschaften ermöglichen es Bürger:innen, selbst Strom zu produzieren, zu nutzen und gemeinschaftlich zu verwalten – im Gegensatz zu großen Investitionsprojekten, von denen lokale Bevölkerungen oft nur begrenzt profitieren.
Energiegemeinschaften ermöglichen es Bürger:innen, selbst Strom zu produzieren, zu nutzen und gemeinschaftlich zu verwalten
Anhand internationaler Beispiele wurde gezeigt, dass Energiegemeinschaften erfolgreich funktionieren können, wenn rechtliche Klarheit, gesellschaftliche Akzeptanz und geeignete Finanzierungsmodelle zusammenkommen. Solche Modelle stärken Kommunen, unterstützen vulnerable Gruppen und eröffnen neue Beteiligungsmöglichkeiten für Frauen im Energiesektor.
Der Policy Brief identifiziert vier zentrale Handlungsfelder für Albanien: die Weiterentwicklung des rechtlichen Rahmens, der Ausbau technischer und administrativer Strukturen, gezielte Informations- und Bildungsangebote sowie der Zugang zu geeigneten Finanzierungsinstrumenten. Pilotprojekte und internationale Kooperationen spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Die Konferenz verdeutlichte, dass erneuerbare Energiegemeinschaften ein wirkungsvolles Instrument für eine nachhaltige, sozial gerechte und lokal verankerte Energiewende in Albanien sein können – sofern Politik, Kommunen und Zivilgesellschaft diesen Weg gemeinsam weiterverfolgen.
Das Projekt Gendergerechte und soziale Energiegemeinschaften in Albanien wird gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

