Globales UN-Plastikabkommen – Im Fokus: INC‑5.2 in Genf 2025

Seit 2022 verhandeln über 175 Staaten im Rahmen des Intergovernmental Negotiating Committee (INC) über ein global verbindliches Abkommen zur Beendigung der Plastikverschmutzung, basierend auf der UNEA-Resolution 5/14 „End Plastic Pollution“.

Verhandlungsstand & Perspektive

Die vierte Runde (INC‑4) fand vom 23.–29. April 2024 in Ottawa statt. Dabei legten Delegierte einen überarbeiteten Null-Entwurf zugrunde und prüften unter anderem verbindliche Regeln zur Reduzierung neuer Plastikproduktion sowie ein Verbot toxischer Plastikchemikalien.

Im Anschluss – vom 25. November bis 1. Dezember 2024 – traf sich die internationale Gemeinschaft zur fünften INC‑Runde (INC‑5.1) in Busan, Südkorea. Trotz hoher Erwartungen wurde ein Ergebnis auch aufgrund massiver Blockade durch Lobbyinteressen und schwacher Entwürfe nicht erreicht.

Jetzt steht der zweite Teil der fünften Verhandlungsrunde (INC‑5.2) vom 5.–14. August 2025 in Genf an – womöglich die letzte Chance, ein starkes, rechtlich bindendes Abkommen abzuschließen

Unsere Forderungen

  •  Den ganzen Lebenszyklus regeln: Von Rohstoffgewinnung über Produktion, Nutzung, Recycling bis zur Abfallvermeidung: Nur ein Vertrag, der all das abdeckt, kann wirksam sein.
  • Neuproduktion senken und toxische Chemikalien verbieten: Wir fordern verbindliche Reduktionsziele für Plastikproduktion und klare Verbote gefährlicher Zusatzstoffe – inklusive PFAS, Weichmachern & Co.
  • Gendergerechtigkeit als zentrales Prinzip: Als Teil der Women’s Major Group setzen wir uns dafür ein, dass Genderaspekte – wie gesundheitliche Risiken & soziale Verwerfungen – stark im Vertrag abgebildet werden.
  • Lobbytransparenz & Governance sichern: Wir protestieren entschieden gegen dominierenden Einfluss der fossilen Lobby. Verfahren müssen fair, transparent und von Interessenverflechtungen befreit sein – für echte Wirkung.
  • Finanzielle Ressourcen sichern: Der Vertrag muss ein multilaterales Finanzierungsmodell mit klarer Verantwortung nach dem Verursachendenprinzip festlegen, damit Maßnahmen weltweit umgesetzt werden können

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