Herzlichen Glückwunsch! Hier sind die Preisträgerinnen des Gender Just Climate Solutions Awards 2019

Wir freuen uns die diesjährigen Gewinnerinnen des Gender Just Climate Solutions Awards bekannt zu geben.

Der 2015 vom Frauen- und Geschlechterkreis ins Leben gerufene Preis würdigt den grundlegenden Beitrag der Gleichstellung der Geschlechter und der Frauenorganisationen zur Bekämpfung des Klimachaos. Der GJCS Award zeigt, dass die Gleichstellung der Geschlechter in alle klimapolitischen Maßnahmen einbezogen werden muss. Es gibt bereits geschlechtergerechte Klimalösungen, die Gemeinschaften auf der ganzen Welt verändern. Jedes Jahr wählen wir drei Gewinner*innen aus und veröffentlichen eine Publikation mit herausragenden Projekten. Dies sind die Preisträngerinnen 2019:

 

Auszeichnung für die Kategorie Technische Lösungen

UNIVERS-SEL, vertreten durch Pauline Lançon, Guinea-Bissau & Frankreich

Dieses Projekt verbessert das Leben von Frauen und Gemeinden in den Mangroven von Guinea-Bissau durch eine nachhaltige Nutzung von Raum, Energie und natürlichen Ressourcen. 2000 Familienbetriebe, von denen 75% von Frauen geführt werden, haben nachhaltige Methoden mit Solarenergie und reduziertem Wasserverbrauch zur Salzsammlung und Reisanbau eingeführt.
Dank des Austauschs von Know-how traditioneller Methoden, sowie innovativer Techniken und Aktivitäten zum Kapazitätsaufbau, tragen weibliche Erzeugerinnen zur Strukturierung und Entwicklung der Wertschöpfungskette für Salz und Reis in den Mangroven bei. 1500 Frauen und 500 Männer haben durch höhere Einnahmen und ihre Eingliederug in die lokale Wirtschaft an Autonomie gewonnen und sich gleichzeitig an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen können.

 

Auszeichnung für die Kategorie Nicht-Technische Lösungen

ENDA COLOMBIA, vertreten durch Maria Bojaca Penagos, Kolumbien

Diese 2012 gestartete Initiative zeigt den Weg für eine geschlechtsspezifische Stadtpolitik, die sich mit den Herausforderungen der Abfallbewirtschaftung in den armen Vororten der Hauptstadt Bogotas befasst. 26 Müllsammlerinnen haben einen anständigen Arbeitsplatz gefunden und recyceln in diesen Vororten jährlich über 30 Tonnen Papier und 12 Tonnen Kunststoff. 3520 Bürger*innen beteiligen sich an der partizipativen Planung, dem städtischen Gartenbau, kulturellen und künstlerischen Aktivitäten und der Schaffung von „Bankomunal“ – einer kommunalen Spar- und Kreditinitiative für Frauen, die keinen Zugang zum formellen Bankwesen haben. Schulungen zu geschlechtsspezifischen Ungleichheiten und Männlichkeiten, lokaler öffentlicher Ordnung und Bürgerbeteiligung ermöglichen es den Begünstigten, ihre demokratischen Rechte zum Schutz ihres kulturellen Erbes wahrzunehmen und so zum Friedensprozess in Kolumbien beizutragen.

 

Auszeichnung in der Kategorie Transformationslösung

Cameroon Gender and Environment Watch (CAMGEW), vertreten durch Sevidzem Ernestine Leikeki, Kamerun

CAMGEW engagiert lokale und indigene Frauen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, stärkt ihre Menschenrechte und verändert die patriarchalen Geschlechterverhältnisse in den Waldgemeinschaften. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden von Oku und der Regierung von Kamerun bietet CAMGEW Frauen die Möglichkeit, Führungspositionen von Forstinstitutionen und Stakeholder-Plattformen zu übernehmen. Ein breites Spektrum an Schulungen für über 2000 Personen wird bereitgestellt: Umwelterziehung für Schulen und Erwachsene, Bienenzucht, Agroforstwirtschaft und ökologischer Landbau, Viehzucht und Biogaserzeugung, unternehmerische Fähigkeiten mit finanzieller Unterstützung. CAMGEW hilft 800 jungen Frauen bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt, indem sie sich über ihre Rechte, Geschäftsmöglichkeiten und die Sensibilisierung der Bevölkerung informieren, um vorzeitigen Ehen entgegenzuwirken.

 

Ehrenerwähnung Transformationslösungen

FUNDAECO, vertreten durch Rita Mishaan, Guatemala

FUNDAECO durchbricht traditionelle kulturelle Barrieren, um die Rechte jugendlicher Mädchen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit in mehr als 100 Maya- und Q’echqi-Gemeinden Guatemalas als Grundlage für ihr Engagement für den Schutz der Wälder zu gewährleisten. In Schutzgebieten von Izabal wurden 22 Gesundheitskliniken eingerichtet, die 50.000 Patient*innen (2/3 Frauen) regelmäßig betreut und beraten haben, wodurch die Zahl der Schwangerschaften im Teenageralter erheblich reduziert und die Führungsrolle der Frauen gestärkt wurde. Die Unterstützung bei der Ernährung von Müttern und Säuglingen, sowie die Hygiene hängen mit Umweltschutzmaßnahmen zusammen, z. B. guten Essgewohnheiten unter Verwendung natürlicher Ressourcen oder einer nachhaltigen Abfallbewirtschaftung. Es wurden auch Strategien implementiert, um eine erzwungene Migration zu verhindern. Ein Stipendien- und Jugendführungsprogramm trägt dazu bei, die Diskriminierung von Frauen mit formeller und informeller Bildung zu beenden.

 

Über die Auszeichnung

Jede Gewinnerin erhielt ein Stipendium in Höhe von 2.000 Euro, eine Reiseunterstützung zur Teilnahme an der COP25, eine Mentor*innenschaft der Mitglieder der Women and Gender Constituency (WGC) und die Möglichkeit, an einem von CTCN veranstalteten Workshop teilzunehmen. Zum fünften Mal in Folge hatten wir in diesem Jahr 140 Bewerber aus 60 Ländern und drei Gewinnerinnen.

Fortsetzung der Zusammenarbeit

Das Climate Technology Center & Network (CTCN) lädt die Gewinner*innen der Jahre 2019, 2018, 2017, 2016 und 2015 zu einem Workshop ein, in dem es um die Aufwertung geschlechtergerechter Klimalösungen, den Austausch von Klimatechnologie und Finanzierung geht. Dies ist eine Fortsetzung unserer auf der COP23 eingeleiteten Kooperation zum Kapazitätsaufbau, die auf dem Austausch von Süd-Süd- und Technologiewissen aufbaut. Es ist eine geschlossene Veranstaltung, aber Journalist*innen sind eingeladen, die Gewinner zu interviewen.

 

Herzliches Dankeschön an alle Redner*innen 

Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin, BMZ, Deutschland | Thenjiwe Ethel Mtintso, Botschafterin von Südafrika in Spanien, beauftragt von Barbara Creecy, Ministerin für Umwelt, Wald und Fischerei, Südafrika | Tessa Ferry, Direktorin für internationale Strategie und Öffentlichkeitsarbeit der Regierung von Schottland | Fekitamoeloa Katoa ‚Utoikamanu‘, Stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen und Hohe Vertreterin für LDCs, PDSL und SIDS | Rita Mishaan, Präsidentin der PCCB | Rose Mwebaza, Direktorin des CTCN | Philippe Lacoste, Direktor der Abteilung für nachhaltige Entwicklung, Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten, Frankreich | Ouafae Sananes, Agence Francaise de Développement

Publikation zum Download

Titelbild: Annabelle Avril