Fünf Workshops, ein Ziel: bezahlbare & klimafreundliche Mieten mit Zukunft

Von Oktober bis Dezember haben wir von WECF die Workshopreihe „Bezahlbar & klimafreundlich – Mieten mit Zukunft“ im Rahmen unseres Projektes Fitter-EU durchgeführt. Mit Vertreter:innen und politischen Expert:innen von sozialen und Umweltinitiativen haben wir Politikempfehlungen für eine sozial-gerechte Klimapolitik im Energie- und Gebäudesektor erarbeitet.

Die Energiewende in Mietshäuser bringen

Mieterhöhung wegen energetischer Sanierung, komplizierte Stromanbieter-Wahl und eine Energiewende, die „irgendwo anders“ stattfindet – die Herausforderungen für eine sozial-gerechte Klimapolitik sind zahlreich.  

Auch deswegen haben wir uns gefreut, sowohl online als auch vor Ort im Münchner Eine-Welt-Haus unterschiedliche Vertreter:innen und politischen Expert:innen von sozialen und Umweltinitiativen zusammenzubringen. Ziel der insgesamt fünfteiligen Workshopreihe war, gemeinsam Probleme zu analysieren, politische Empfehlungen zu erarbeiten und diese gemeinsam zu validieren. 

Rein in die Energiewende, raus aus der Wohnungskrise! Konkrete Ansätze für die Politik

Ausgehend von einem intersektionalen Gerechtigkeitsverständnis konnten wir im ersten Workshop die Wohnungskrise und steigende Kosten, Diskriminierung, Verteilungsgerechtigkeit und finanzielle Unsicherheit sowie den ungleichen Zugang zu Information als zentrale Herausforderungen identifizieren.  

Darauf aufbauend haben wir uns im zweiten und dritten Workshoptermin zu Visionen und Veränderungsbedarfen ausgetauscht und konkrete Ansatzpunkte gesammelt. Diese waren in der vierten Sitzung schließlich die Grundlage für unsere politischen Vorschläge – sowohl neue Regelungen als auch Anpassungen bestehender Gesetze, von EnWG und BEG bis hin zu BGB, EstG und StromStG. 

In der Abschlusssitzung wurden diese Empfehlungen hinsichtlich ihres Transformationspotenzials bewertet: Welche Ungerechtigkeiten, Probleme und Strukturen werden von den verschiedenen Vorschlägen adressiert und wie wahrscheinlich ist eine (zeitnahe) Umsetzung?

Die Arbeit geht weiter

Beim Thema Energiesektor zog sich dabei die Frage nach Demokratisierung und Zugänglichkeit durch die Diskussionen. Sowohl bei der Erzeugung (beispielsweise in Bezug auf Energy Sharing) als auch beim Verbrauch. Ein konkrete Frage war, wie Informationsangebote zu Stromanbietern möglichst inklusiv gestaltet werden können.  

Für den Gebäudesektor stellte vor allem die Finanzierung von Energie-Effizienz-Sanierungen und von der Umstellung auf erneuerbare Wärmelieferungen einen roten Faden dar. Wie kann die Notwendigkeit einer gerechten Kostenverteilung mit der Notwendigkeit für Energie-Effizienz-Sanierungen vor allem für Mietende zusammengedacht werden? Dies wurde ausführlich im Zusammenhang mit der aktuellen Modernisierungsumlage und bestehenden und zukünftigen staatlichen Förderungen besprochen. 

Insgesamt wird klar: Soziale Gerechtigkeit in der Klimapolitik ist nicht nur Instrument für Akzeptanz, sondern ein maßgeblicher Indikator für das tatsächliche transformative Potenzial von politischen Maßnahmen. Auch hier gilt: System change not climate change!

Wir bedanken uns bei allen, die teilgenommen und ihre Erfahrungen und Expertise in den Prozess eingebracht haben!  

Im kommenden Jahr planen wir, unsere Vorschläge in die Politik zu tragen. Wenn du darüber auf dem Laufenden bleiben willst oder gerne mehr über die Workshopreihe und Ergebnisse erfahren möchtest, melde dich gerne bei uns!