Finance in Common Summit – Hear our call, feminist finance for all!

6. NOVEMBER 2020

Vom 9. bis 12. November treffen sich 450 öffentliche Banken zum Finance in Common (FiC) Gipfel, der von Frankreich mit der UNO und anderen internationalen Organisationen organisiert wird. Diese Entwicklungsbanken und Exportkreditagenturen kontrollieren jährlich über 2 Billionen US Dollar an öffentlichen Geldern. Feminist*innen fordern von ihnen daher ein starkes Engagement für Menschenrechte, Gleichstellung der Geschlechter und ökologische Nachhaltigkeit.

Ziel des Gipfels ist es, Verpflichtungen für langfristige Nachhaltigkeit zu erreichen, die die Erholung von Covid-19 unterstützen und einen positiven Einfluss auf den Planeten und die Gesellschaften haben werden. Er zielt darauf ab, „gemeinsame Aktionen für das Klima und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen“, sowie einen Beitrag zur UN-Klimakonferenz 2021 (COP26), zur UN-Konferenz über biologische Vielfalt (COP15) und zum Generation Equality Forum bezüglich der Gleichstellung der Geschlechter zu leisten“.

Zusammen mit anderen feministischen Netzwerken sehen wir die dringende Notwendigkeit, die öffentlichen Finanzen für – und nicht gegen – Frauenrechte und einen gesunden Planeten einzusetzen. Diese Initiative ist längst überfällig.

Es wird erwartet, dass auf dem Gipfel die „Erklärung der Pariser Entwicklungsbanken zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung der Rolle der Frau“ verabschiedet wird, in der sich die Banken zu geschlechtergerechten Klima- und Biodiversitätsprojekten verpflichten werden. Sie werden sich auch dazu verpflichten, die Mittel für feministische Organisationen aufzustocken, Ziele zur Erhöhung der Zahl gender-relevanter Projekte in den Portfolios der Bank zu setzen und die Genderkapazitäten in ihren eigenen Institutionen zu stärken.

Während des Gipfeltreffens werden die vorgeschlagenen Gender-Maßnahmen auf drei Veranstaltungen am 12. November diskutiert werden, wo spezifische Beispiele für Investitionen in Gender, Klima und Ernährungssicherheit behandelt werden. Zur Tagesordung >>

Frauen und Mädchen in all ihrer Vielfalt, insbesondere Schwarze und Indigene Frauen, sind unverhältnismäßig stark von Investitionen in die Rohstoffindustrien (Öl, Uran) und die industrielle Landwirtschaft und Viehzucht betroffen. Die Folgen davon sind Entwaldung, Umweltzerstörung und Umsiedelungen. Die Banken müssen für einen gerechten und ausgewogenen Übergang weg von Aktivitäten im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen sorgen und gleichzeitig die Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen sicherstellen.

Das Statement stärken

Wir fordern eine weitere Stärkung des vorgeschlagenen Statements zur Gleichstellung der Geschlechter und zu den Rechten und der Ermächtigung der Frauen.

  • Alle Banken sollen sich zu einem vollständigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und verwandten Industrien wie Kunststoff und Pestiziden verpflichten, da der Klimawandel unverhältnismäßig negative Auswirkungen auf Frauen, Mädchen, indigene Völker und lokale Gemeinschaften hat.
  • Alle Banken sollen sich verpflichten, ihre vergangenen und laufenden Portfolios auf die potenziellen negativen Auswirkungen auf Frauen und Mädchen (in all ihrer Vielfalt) in den Zielländern und Zielregionen zu prüfen.
  • Alle Banken sollen konkrete Gender-Ziele festlegen und diese Ziele nach dem Beispiel der Gender-Marker-Methodik überwachen, die darauf abzielt, dass alle Anlageportfolios geschlechtertransformierend und ökologisch nachhaltig sind, d.h. ein 100%-Ziel darstellen. Es ergibt wenig Sinn, dass nur ein bestimmter Prozentsatz der Programme und Investitionen geschlechter- und klimagerecht ist, wenn der andere Teil der Investitionen der Banken weiterhin die Lebensgrundlagen von Frauen und Mädchen zerstört.
  • Alle Banken sollen über institutionelle Gender-Maßnahmen und -Strategien verfügen, die eine Umverteilung von Macht und Zugang von Ressourcen für Frauen in all ihrer Vielfalt ermöglicht. Dazu gehört auch der Zugang, der Besitz, die Nutzung und die Kontrolle von Land, das traditionelle Geschlechterrollen vielen Frauen verwehren.
  • Alle Banken sollen den Prozess der internationalen Steuertransparenz und -zusammenarbeit unterstützen und die Besteuerung von Finanztransaktionen fördern.

Feministische Finanzen

Dieser kurze Bericht über den Finance in Common Gipfel sagt Ihnen alles, was Sie über den Gipfel wissen müssen – was sind die Risiken und warum ist er wichtig? Er skizziert auch Ansatzpunkte für die Lobbyarbeit zur Gleichstellung der Geschlechter und erklärt, warum feministische Finanzen wichtig sind.

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