„Bürgerin zweiter Wahl“: Erdoğans Austritt aus der Istanbul Konvention ist ein Schlag ins Gesicht jeder türkischen Frau*

Die Istanbul Konvention ist ein internationales Instrument, um alle Formen von Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* auf internationaler Ebene zu unterbinden. Sie ist ein Rechtsgarant für FLINT* und LGBTI+. Sie ist die international anerkannte Null-Toleranz-Norm für geschlechterbasierte Gewalt. „Was das Nein zur Istanbul-Konvention angeht, so gibt es dafür keinerlei Rechtfertigung.“, schreibt die Süddeutsche Zeitung – und wir stimmen ihr von ganzem Herzen zu.  „Weder angebliche kulturelle Eigenheiten noch vermeintlich islamisch-religiöse Vorgaben können diesen Schlag ins Gesicht der modernen türkischen Frau rechtfertigen. Sie soll sich als das begreifen, was sie in den Augen beinharter Islamisten und ewiggestriger Traditionalisten immer war und für immer bleiben soll: Mensch und Bürgerin zweiter Wahl.“

 

 

Dass die Türkei auf Anweisung ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan aus der Konvention austritt, ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht aller türkischen Frauen*. Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Frauen* weltweit. Daher möchten wir mit euch ein Statement der türkischen Organisation Kadının İnsan Hakları – Yeni Çözümler Derneği (Women for Women’s Human Rights (WWHR) – New Ways) mit euch teilen, das heute um die Welt ging. Es ist ein Ausdruck unserer Solidarität und dass wir zusammenstehen in diesem Kampf für Menschenrechte.

 

„Wie Sie wissen, hat die Türkei mitten in der Nacht ihren Rücktritt von der Konvention erklärt, und zwar durch eine „Entscheidung“ des Präsidenten, die auf den Forderungen einiger fundamentalistischer, geschlechterfeindlicher Gruppen zum Zwecke der Machtkonsolidierung beruht. Darüber hinaus gab das Direktorat für Kommunikation des Präsidenten eine Erklärung ab, in der es hieß: „Die Istanbul-Konvention, die ursprünglich die Rechte der Frauen fördern sollte, wurde von einer Gruppe von Menschen gekapert, die versucht, Homosexualität zu normalisieren – was mit den sozialen und familiären Werten der Türkei unvereinbar ist.“ Wir akzeptieren diese ungesetzliche und illegitime Entscheidung nicht!

Wir laden alle globalen, regionalen und lokalen Frauen- und LGBTI+-Organisationen, Feministinnen und Feministen, Befürworterinnen und Befürworter von Frauen- und Menschenrechten ein, sich zu solidarisieren, um das Lebensrecht von Frauen und LGBTI+ auf jeder Plattform und in jeder Geographie im Hinblick auf die Istanbul-Konvention zu verteidigen. Bitte werden Sie aktiv, schreiben Sie Erklärungen, teilen Sie die beigefügten Social-Media-Visuals mit Ihren Solidaritätsbotschaften unter Verwendung der Hashtags #IstanbulSozlesmesiBizim #IstanbulSozlesmesiYasatır, folgen Sie den Social-Media-Accounts von Women’s Coalitions (@kadinkoalisyonu) und WWHR (@kadinih) und fordern Sie Ihre Regierungen auf, ihre Unterstützung für die Konvention zu zeigen.“

 

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