Bezahlbare Mieten & Klimaschutz: FITTER-EU Ergebnisse

Bezahlbare Mieten und Klimaschutz zusammendenken

Wie lassen sich bezahlbares Wohnen, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen denken? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Workshopreihe „Bezahlbar & klimafreundlich – Mieten mit Zukunft“, die wir von WECF von Oktober bis Dezember im Rahmen des EU-Projekts FITTER-EU umgesetzt hat. Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik, Zivilgesellschaft sowie Expert:innen aus sozialen und Umweltinitiativen wurden dabei Politikempfehlungen für eine sozial gerechte Klimapolitik im Energie- und Gebäudesektor entwickelt. Die Ergebnisse liegen nun in einem finalen Bericht vor.

FITTER-EU: Europäische Lösungen für eine gerechte Twin Transition

Die Workshops sind Teil einer europaweiten Untersuchung, die in insgesamt sechs Ländern durchgeführt wurde: Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, Portugal und Spanien. Während WECF die Fallstudie in Deutschland verantwortete, arbeiteten Partner:innenorganisationen in den anderen Ländern zu ähnlichen Fragestellungen. Neben dem Energie- und Gebäudesektor, der in Deutschland im Fokus stand, wurden in einigen Ländern auch Aspekte der Mobilität untersucht. Der veröffentlichte Bericht fasst die nationalen Ergebnisse zusammen und bietet eine vergleichende Analyse der unterschiedlichen Ansätze und Erkenntnisse.

In allen Ländern folgten die Workshops einem ähnlichen Ablauf. Zunächst wurden zentrale Herausforderungen und Treiber auf dem Weg zu einer sozial gerechten Twin Transition – also der gleichzeitigen ökologischen und digitalen Transformation – identifiziert. Darauf aufbauend entwickelten die Teilnehmenden konkrete politische Maßnahmen und bewerteten deren Umsetzbarkeit und Wirkung. Insgesamt sind so 82 Vorschläge entstanden.

Energiearmut und ungleicher Zugang zu erneuerbaren Energien

Trotz unterschiedlicher politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zeigen die Ergebnisse klare Gemeinsamkeiten. In allen untersuchten Ländern wurde Energiearmut als zentrale Herausforderung benannt, ebenso wie der ungleiche Zugang zu erneuerbaren Energien. Besonders deutlich wurde zudem die Situation von Mieter:innen, die häufig wenig Einfluss auf ihre Energieversorgung haben, gleichzeitig aber die finanziellen und gesundheitlichen Folgen ineffizienter Gebäude tragen. Dieses Thema spielte nicht nur in Deutschland eine große Rolle, sondern auch in Irland und Portugal.

Klimafreundliches Wohnen darf kein Luxus sein

Ein zentrales Ergebnis der Analyse ist außerdem, dass viele klimapolitische Maßnahmen bislang zu wenig auf die Lebensrealitäten sozial benachteiligter Gruppen eingehen. Stattdessen sind politische Instrumente oft technokratisch gestaltet, schwer zugänglich oder setzen umfangreiches Wissen über komplexe Verwaltungsstrukturen voraus. Dadurch besteht die Gefahr, dass bestehende Ungleichheiten weiter verstärkt werden.

Die im Projekt entwickelten Vorschläge zeigen jedoch auch Lösungswege auf. Deutlich wird, dass die soziale Dimension von Klimapolitik stärker berücksichtigt werden muss, etwa durch eine gerechtere Verteilung von Kosten und gezielte Unterstützung für besonders betroffene Haushalte. Gleichzeitig reicht es nicht aus, ausschließlich auf technologische Innovationen zu setzen. Vielmehr braucht es strukturelle Veränderungen in den Energie- und Wohnungsmärkten sowie bessere Zugangs- und Beteiligungsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen.

Der vollständige Bericht mit allen Ergebnissen und politischen Empfehlungen (auf Englisch) ist hier verfügbar:
https://zenodo.org/records/18714770

Weitere Infos

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Unsere Arbeit zu einer sozial gerechten Energiewende