SCHWERPUNKTE UND THEMEN

Pestizide auf Obst und Gemüse, Weichmacher in Plastik, Duftstoffe in Wasch- und Putzmitteln, Konservierungsmittel in der Kosmetik – viele Produkte im Alltag enthalten bedenkliche Chemikalien, die unsere Gesundheit belasten. Sie können Allergien auslösen, Atemwege und die Haut reizen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und krebserregend sein. Vor allem Chemikalien, die ähnlich wie Hormone wirken (so genannte EDCs, Endocrine Disrupting Chemicals, die auch als Umwelthormone oder Hormongifte bezeichnet werden), sind problematisch.

EDCs finden sich in vielen Alltagsprodukten wie in Lebensmitteln, Kunststoffverpackungen, Konservendosen, Kassenbons aus Thermopapier, Kosmetikartikel und vielem mehr. Gelangen EDCs in den Körper, können sie falsche Signale setzen und so hormonell gesteuerte Entwicklungsphasen schon im Mutterleib stören. Vor allem während kritischer Entwicklungsphasen des Körpers sind diese Stoffe für Menschen eine Bedrohung. Gefährdet sind somit besonders Schwangere, Kinder und Jugendliche.

Die Weltgesundheitsorganisation vermutet einen Zusammenhang zwischen EDCs und dem vermehrten Auftreten von hormonbedingten Krebsarten wie Brust-, Hoden- und Prostatakrebs, von Fruchtbarkeitsstörungen und reduzierter Spermienqualität, Fettleibigkeit, Altersdiabetes, neurologischen Erkrankungen und vorzeitiger Pubertät und Menopause.

WAS WIR TUN

Ziel dieses Projektes ist es, den Schutz der Umwelt und unserer Gesundheit vor EDCs, also hormonell wirksamen Chemikalien, zu verbessern. Hierzu benötigen wir verschiedene Maßnahmen, an deren Entwicklung und Umsetzung wir stetig arbeiten – wir setzen uns ein für mehr Informationen über EDCs auf nationaler und lokaler Ebene, Bewusstseinsbildung von Verbraucher*innen zu diesen Stoffen in Alltagsprodukten, insbesondere für sensible Gruppen wie Schwangere oder Kinder.

Hierzu entwickelten wir 2019 mit Nestbau die Aufklärungsbroschüre für Schwangere und Eltern Vorsicht! Schadstoffe im Alltag.

Wir möchten das Thema stärker in den Medienfokus bringen, sowie den Gesundheitssektor, die Wissenschaft und andere Institutionen ermutigen, für strengere Regulierungen einzutreten. Dazu gehört auch eine starke Haltung der Bundesregierung in internationalen Prozessen im Chemikalienmanagement wie SAICM, die wir dringlichst einfordern.

NGO-Statements zu EDCs

Dauer

April 2019 – Februar 2020

Länder

Deutschland, Europa

Förderer

European Environment and Health Initiative (EEHI)