Gesundheit und Umwelt schützen: Gemeinsames NGO-Statement zur EU-Chemikalienpolitik

Gemeinsam mit neun deutschen Organisationen aus den Bereichen Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz setzen wir von WECF ein klares Zeichen: Der Schutz von Gesundheit und Umwelt muss in Deutschland und der Europäischen Union oberste Priorität haben.

Dazu haben wir ein gemeinsames Statement an Abgeordnete auf Bundes- und EU-Ebene übermittelt. Dieses basiert auf einem europäischen Positionspapier, das wir gemeinsam mit Partnerorganisationen aus verschiedenen Ländern entwickelt und für den deutschen Kontext übersetzt haben.

Fortschritte der EU – und warum sie nicht ausreichen

Die Europäische Union gilt als Vorreiterin im Umgang mit Chemikalien. Ein wesentlicher Grund dafür ist die sogenannte REACH-Verordnung, mit der besonders gefährliche Stoffe identifiziert und ihre Nutzung eingeschränkt oder verboten werden kann.

Trotz dieser wichtigen Grundlage zeigt sich jedoch in der Praxis, dass der Schutz von Mensch und Umwelt noch immer nicht ausreicht. Regulierungsprozesse dauern häufig zu lange, bestehende Vorschriften werden nicht konsequent umgesetzt und problematische Chemikalien bleiben weiterhin im Einsatz. Die Folgen sind spürbar – sowohl für unsere Gesundheit als auch für die Umwelt. Gleichzeitig haben es sichere und nachhaltige Alternativen oft schwer, sich am Markt durchzusetzen.

Aktuelle Entwicklungen geben Anlass zur Sorge

Statt die bestehenden Regelungen zu stärken und an aktuelle Herausforderungen anzupassen, setzt die Europäische Kommission derzeit verstärkt auf Vereinfachungen und Kostensenkungen, um wirtschaftliche Interessen zu fördern.

Aus unserer Sicht ist diese Entwicklung kritisch zu bewerten. Denn wirtschaftliche Entlastungen dürfen nicht dazu führen, dass Schutzstandards abgesenkt werden. Gerade angesichts wachsender Umwelt- und Gesundheitsrisiken braucht es eine konsequente Weiterentwicklung der Chemikalienpolitik – nicht deren Abschwächung.

Klare Erwartungen an die Politik

Wir erwarten von der Bundesregierung, dem Bundestag sowie den Landesregierungen ein deutliches und verbindliches Engagement für den Schutz von Gesundheit und Umwelt. Bei allen Entscheidungen im Bereich Chemikalien muss das Vorsorgeprinzip konsequent angewendet werden. Unsere Lebensgrundlagen dürfen nicht hinter kurzfristige wirtschaftliche Interessen zurückgestellt werden.

Für eine sichere und nachhaltige Zukunft

Ein wirksamer Umgang mit Chemikalien ist entscheidend für unsere Lebensqualität, den Schutz der Umwelt und die Gesundheit zukünftiger Generationen.

Jetzt ist der Moment, politische Verantwortung zu übernehmen und klare Prioritäten zu setzen – für Gesundheit, Umwelt und eine nachhaltige Zukunft.

Hier findest du das Statement als PDF >>

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